Die Kunst des Schächtens - Von jüdischen und islamischen Schlachtriten in Deutschland

von Sebastian Meissner und David Hecht

Deutschlandfunk - 2011 - 44 Min.

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Deutsch:

Jüdische und islamische Schächtungen sind sich verblüffend ähnlich: Das Tier soll sich im Moment des Tötens bei Bewusstsein befinden und gründlich ausbluten, bevor es zerlegt wird.

Unterschiedlich dagegen ist die Geschichte der zwei Schlachtarten in Deutschland. Mit den Tierschutzgesetzen vom April 1933 wurde koscheres Schächten in Deutschland verboten. Nach 1945 tolerierten die alliierten Besatzungsmächte sowie die folgende Bundesregierung jüdische Schächtungen, aber die muslimische nicht. 2002 hat das Bundesverfassungsgericht die muslimische und die jüdische Praxis rechtlich einander gleichgestellt, dennoch ist es in der Praxis heutzutage einem muslimischen Metzger fast unmöglich, eine Schächtungserlaubnis zu erhalten.

Über die Normen der industriellen Tierschlachtung herrscht Einigkeit – trotz zahlreicher Skandale rund um die Haltungsbedingungen – das Töten in den Schlachthöfen gilt als „human“.
Inzwischen gerät die jüdische Schlachtpraxis unter Legitimationsdruck.

Regie und technische Realisation: Sebastian Meissner

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